Wer Gott sucht, den findet Er!

Was auch immer du denken magst über Gott, wenn du überhaupt darüber denkst, spielt es in jedem Leben eines Menschen an einem ganz bestimmten Ort zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt eine wichtige Rolle. Das Wissen darüber, woher wir kommen, wohin wir gehen, was wir hier tun, können wir uns selbst nicht erarbeiten; es wird uns geschenkt. Denn, wie können wir unser eigenes Schicksal, unser Leben, das einmalig ist mit dem abgleichen, was wir aus der Geschichte kennen? Wenn wir doch so einmalig sind, dann dürfen wir auch nicht andere Menschen als Massstäbe nehmen. Es gibt genau einen Menschen, den wir als Massstab für unser eigenes Leben nehmen dürfen. Es ist der Mensch, der Logos, der sogleich Gott wie Mensch in einer Gestalt ist: Jesus Christus.

Die einzige Voraussetzung, die du mitbringen solltest, ist eine Offenheit gegenüber dem, was du nicht kennst und vielleicht kennen lernen willst, oder dem du kritisch gegenüber stehst. Jede Diskussion, jeder noch so kleine Dialog beginnt damit, dass jemand etwas sagt und der andere zuhört und dann dem Anderen die Zeit gibt zu antworten. Glauben oder gläubig sein heisst nicht, sich in einem Wohlgefühl einer charismatischen Erfahrung zu baden, sondern den echten Dialog mit Gott suchen zu wollen und zu pflegen. Das immer wieder Suchen des charismatischen Höhenflugs kommt einer Sucht, egal nach was, sehr ähnlich. Gott ist nicht ein Wohlfühl-Guru, der uns zeigt mit welchen Übungen und Ritualen wir zu einem emotionalen Trip oder Höhepunkt gelangen. Er ist viel realer und will, dass wir uns den täglichen Auseinandersetzungen stellen und ihnen nicht in einer generierten Gefühlswelt entfliehen. Mir ist auch ganz klar, dass niemand davor gefeit ist sich vor den Unannehmlichkeiten der Welt zu drücken, mich eingeschlossen.

In der Apostelgeschichte 1,11 steht Folgendes: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.“ – Und bis dahin müssen wir uns unseren Aufgaben hier auf der Erde stellen und nicht vor Leid, Schmerz, Armut und Missbrauch unsere Seelenfenster verschliessen. Die Suche nach Gott beginnt nicht nur da wo gebetet wird – da einfach auf besondere Art und Weise, welche den meisten sicher bekannt, wenn nicht sogar vertraut sein wird – sondern in jeder noch so kleinen Liebenswürdigkeit, die wir unserem Nächsten erweisen. Und sei es nur ein ernst gemeintes Danke! Aber es funktioniert nicht, wenn wir dies nur als Selbstverständlichkeit ansehen, denn das wäre dem ganzen Unterfangen sehr abträglich. Selbstverständlich ist etwas nur, wenn es nicht aus Liebe getan wird. Und genau diese Liebe hat uns Gott in seinem eingeborenen Sohn gezeigt. Ab hier wird etwas „selbstverständlich“, weil wir es aus Liebe tun! Meistens aber sind wir nicht imstande dieses Liebesangebot Gottes anzunehmen. Wir alle kennen den Spruch „Ich liebe die Menschen“, ja, aber liebe ich denn auch genau den Menschen, der mich gerade belogen, gedemütigt oder beschimpft hat? Vielleicht hatte er ja Recht und ich bin einfach nur in meinem Stolz, in meiner Ehre verletzt. – Ach, was wäre der Mensch, wenn er sich nur nicht so wichtig nehmen würde! – Ich bin mir sicher, dass du solche Situationen schon selbst erlebt hast. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn Leute in einer unversöhnten Beziehung leben und mit Beziehung ist hier nicht nur eine eheliche, partnerschaftliche Beziehung gemeint. Die Versöhnung beinhaltet zwei grundlegende Aspekte. Erstens braucht es den Willen zur Versöhnung und damit auch die Demut jemanden um Versöhnung zu bitten. Zweitens wird um eine Vergebung gebeten oder sie wird ausgesprochen. Letzteres kann auch ohne direktes Aussprechen gegenüber der anderen Person geschehen. Wie viele Male dies im Stillen geschieht weiss nur Gott allein. Weiter müssen wir bedenken, dass es kein Recht auf Vergebung gibt. Es ist immer ein Geschenk und auf Geschenke haben wir nun einfach mal keinen Anspruch. Viele Leute sagen, sie würden glauben, wenn Gott doch nur den ersten Schritt machen würde. Ich sage, er hat ihn schon längst gemacht, sein Angebot steht. Aber sind wir denn demütig genug dieses Angebot dankbar anzunehmen? Lassen wir uns doch ein, er hat uns schon lange eingelassen und begeben wir uns auf den Weg zu Gott. Zu einem Gott der sich vor uns nicht versteckt, sondern mit offenen Armen genau vor uns steht und nur darauf wartet, dass wir ihm entgegengehen.