Privater „Touristenführer“

Allgemeines

Für alle, welche mit ausländischen Gästen im öffentlichen Schweizer Verkehrsnetz reisen wollen: jede politische Gemeinde hat Tageskarten zum Preis von 34.00 SFr. zu vergeben, welche wie ein GA funktionieren. Wer genug früh bucht und auch etwas Glück hat, der/die kann ganz bequem während eines ganzen Tages quer durch die Schweiz kurven. Daneben gibt es für die, welche selbst ein GA besitzen auch die Möglichkeit (mit dem Gutschein zusammen) ein Mitnahme-GA zu lösen, das für 30.00 SFr. zu haben ist. – Den Stress, immer auf der Jagd nach Einzeltickets zu sein, könnt ihr euch somit ersparen.

Öffnungszeiten: wer nicht immer vor verschlossenen Türen stehen will, sollte sich sorgfältig um die Öffnungszeiten interessieren.

Hauptstadt Bern (der Einstieg)

Wer einen einfachen, aber dennoch attraktiven Einstieg für seine Gäste möchte, soll sich doch in die Hauptstadt der Schweiz begeben. Die UNESCO-Weltkulturerbe-Stadt bietet (auch ohne grosse Vorbereitung) doch so einiges an Sehenswürdigkeiten: Die vielen Brunnen (daher wird sie auch Brunnenstadt genannt), die schönen Lauben für das lauschige Shopping, der grösste sakrale Bau der Schweiz (das Berner Münster inkl. Turmbesteigung), den Bärengraben (im Winter schlafen die Bären),  uvm. – Wer danach ganz bequem in das Oberland (Thun, Interlaken, Brienz, etc.) fahren will, hat immer gute Zugsverbindungen bis in die späten Abendstunden.

ACHTUNG: nach eigener Erfahrung bietet es sich nicht an in Interlaken eine Sightseeing-Tour zu starten, ganz einfach weil es da nichts zu sehen gibt. Interlaken ist nur „Schlafbasis“ für all jene, die in die schönen schneebedeckten Berge Ski fahren gehen. Und übrigens: in einer Schweizer Ortschaft, in welcher (fast) alles nur russisch, chinesisch oder japanisch angeschrieben ist, verstehe ich sowieso nur Bahnhof…

Luzern (die Touristenstadt)

Wie Bern, ist auch Luzern eine dankbare Stadt, wenn man denn zur richtigen Jahreszeit da aufkreuzt. Der moderne Konzertsaal des KKL, die Kapellbrücke, die Jesuitenkirche, der Reussteg, die Spreuerbrücke, die Luzerner Altstadt, die Museggmauer (die nur in den Sommermonaten offen ist), das Löwendenkmal, der Gletschergarten, der Spiegelsaal (ist einfach immer wieder toll) und der Aussichtsturm bieten genug Unterhaltungswert, sofern das Reise-Budget nicht allzu gross sein sollte. Ansonsten kann eine Fahrt mit der steilsten Zahnradbahn der Welt auf den Pilatus sehr empfohlen werden. Auch eine Schiffahrt zum Bürgenstock, zum Rütli, oder einfach so ist, sofern das Wetter stimmt, immer wieder schön. Die Rigi (jawohl DIE), bietet viele Möglichkeiten für den Zeitvertrieb.

Übrigens: man darf sich von den vielen asiatischen Touristen nicht abschrecken lassen, da sie meist sehr freundlich und fröhlich sind.

Einsiedeln (Klosterdorf)

Wenn wir schon mal in der Innerschweiz sind, so kann eine Fahrt zum geschichtsträchtigen Benediktiner-Kloster in Einsiedeln nur empfohlen werden. Die schöne Barockkirche, das schmucke Dorf, die grösste Krippe der Welt (Diorama), sind nur einige wenige Sachen, die Einsiedeln zu bieten hat.

Einsiedeln hat ein rauhes Klima. Obwohl es nur auf ca. 850 m.ü.M. liegt, kann es sein, dass es mehr Schnee hat und kälter ist, als in vielen anderen Orten der Schweiz, die höher liegen. So kalt das Wetter im Winter ist, so kalt ist auch die Klosterkirche. „Zieht euch warm an!“ – Eine halbe Stunde für die Vesper kann schon für manche genug sein und das Verlangen nach heissen Getränken sehr stark fördern. Für die hartgesottenen darf es auch mal ein Hochamt sein. Wer sich aber für die Vesper entscheidet bekommt eine halbe Stunde Ruhe, Einkehr und Zwiegespräch mit Gott „geschenkt“ und verlässt meist sehr gelassen und zufrieden das Kirchengebäude. Dann aber kommt die Aufwärmphase, mit schon angesprochenen Getränken und vielleicht mit einer heissen Suppe.

Rückkehr & Aufbruch

Um die kleine Schweizerreise abzuschliessen, folgten wir dem Drang „nach Hause zu gehen“. Die älteste Stadt der Schweiz, Chur, hat eine kleine, aber tolle Altstadt mit allerlei Sehenswertem. Wer jemanden kennt, der ortskundig ist und auch Stundent der Theologischen Hochschule ist, kriegt eine Privatführung durch diese universitäre Einrichtung. Zum Schluss kann ich nur empfehlen, gut zu essen (an Restaurants mangelt es nicht in Chur) und wenn es Winter ist, kann ein Fondue auch nicht schaden. Dafür empfehle ich das Swiss Fondue House in der Churer Altstadt.

Die kleine Schweizerreise, welche sich auf 3 Tage erstreckte, ist somit am Ende, wie auch dieser kleine „Touristenführer“.